Landtagswahl 2021


#Wahlkampfzeiten


1 Unterwegs 22.01.

Wahlkampfzeiten sorgen dafür, dass man - wenn man will - viel unterwegs ist - als Kandidat sowieso, als "Unterstützungsfachkraft" auch. Entgegen einem landläufigen Vorurteil passiert dies auf eigene Kosten. Das gilt besonders für das Engagement in einer kleineren Partei, deren Kandidaten besonders deshalb Unterstützung verdienen, weil sie von Medien oft ignoriert werden und dies mit doppeltem persönlichem Einsatz, eigener Zeit und eigenem Geld versuchen auszugleichen.

Unterwegs zu sein, z.B. zum Verteilen von Flyern in 100.000 Briefkästen (abzüglich derjenigen mit Werbeverbotsaufklebern), sorgt dafür, dass man die schönen Ecken der Heimat intensiver wahrnimmt, aber auch Anregungen für die politische Arbeit erhält. Nicht immer passt es so gut wie gestern und heute: gestern mal wieder eine Begegnung mit Max Grimm, heute ein Antrag im Stadtrat zu Graffiti und Street Art, den man auch mit „Magdeburg, mehr Max Grimm wagen“ überschreiben könnte: ↗https://ratsinfo.magdeburg.de/getfile.asp?id=615909&type=do


Fotos: Heinz-Josef Sprengkamp


2 Partei - 25.02.

Wahlkampfzeiten sind mobile Zeiten, per pedes z.B. #10000Schritte zu machen, ist auch der Gesundheit förderlich. Und macht im Frühling - der sich da draußen gerade ankündigt - besonders viel Spaß. Weil man ja für Menschen unterwegs ist, die man durch ihr ehrenamtliches Engagement in einer Partei oder an anderer Stelle kennen- und schätzen gelernt hat.

Partei - das Wort ist seit vielen Jahren eher negativ besetzt. Parteiisch = nicht neutral bzw. nicht objektiv - das ist sogar einer der stärksten Gegenbegriffe zum Schlüsselbegriff von Politik bzw. für das Zusammenleben der Menschen: Fairness. Dabei haben Parteien nach dem Parteiengesetz (§ 1 Absatz 2 PartG) enorm wichtige Aufgaben mit Blick auf die politische Willensbildung des Volkes:
- Parteien nehmen Einfluss auf die Gestaltung der öffentlichen Meinung.
- Sie fördern die Teilnahme von Bürgern am politischen Leben, Parteien sollen zur Übernahme öffentlicher Verantwortung befähigte Bürger heranziehen.
- Sie beteiligen sich an Wahlen in Bund, Ländern und Gemeinden durch Aufstellung von Bewerbern. 2021 haben wir besonders starke Direktkandidaten aufgestellt: bei der Landtagswahl Dr. Lydia Hüskens, Alexander Meißner, Thomas Gürke und Paul Hauschild. Für die Bundestagswahl kandidiert Dr. Fabian Horn.
- Parteien nehmen auf die politische Entwicklung in Parlament und Regierung Einfluss.
- Sie sorgen für eine ständige lebendige Verbindung zwischen dem Volk und den Staatsorganen.

Das ist ein ambitioniertes Aufgabenspektrum, das nicht einfach zu erfüllen ist - vor allem dann nicht, wenn man zu 99% ehrenamtlich unterwegs ist. Aber gerade weil wir im Kreisverband breit aufgestellt sind, man sich in vielfältiger Weise engagieren kann, ist die Erfüllung dieser Aufgaben ein großer Anreiz.


Foto: Thomas Gürke


3 Begegnungen - 06.03.

Wahlkampfzeiten bieten immer mal die Möglichkeiten, ein wenig zu verweilen und das Besondere ins Bild zu setzen. Das ist auch „gut“ für die Arbeit in Social Media.


4 Farbenspiel - 07.03.

Wahlkampfzeiten sind nichts für Wetterfühlige. Es gilt der alte Spruch: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung. Passend sind die (von LIDL angebotenen) Schuhe im Parteidesign (19,99 Euro) und die selbstgestrickte Mütze aus dem Familienbestand (unbezahlbar). Damit ließen sich auch am Samstag der Schnee in Diesdorf beim Flyer verteilen und heute das kalte Wetter bei der Auftaktplakatierung ertragen.


Unterwegs in wahlkampfkompatiblen Klamotten

Fotos: Heinz-Josef Sprengkamp


5 Stürmische Zeiten - 14.03.

Wahlkampfzeiten sind gelegentlich stürmische Zeiten, manchmal nicht nur in Bezug auf das Wetter.

„Ich hab‘ den Tag auf meiner Seite, ich hab Rückenwind ...“(Peter Fox: Haus am See)

Das galt wortwörtlich auf der allerletzten Strecke beim Flyerverteilen in Sudenburg, genauer: in der Otto-Richter-Str., als mich der Wind gewissermaßen von Briefkasten zu Briefkasten schob. Diese Straße ist Nr. 1 oder Nr. 2 (neben Reform) auf meiner Liste für eine persönliche Stadtführung. Gefühlte Temperatur am Sonntagvormittag: ein paar Grad minus. Verspätetes Mittagessen: Soljanka. Abendgestaltung: Fernsehabend mit Wahlerfolgen der FDP in Baden-Württemberg (bestes Ergebnis seit 1968) und Rheinland-Pfalz (Ampel-Koalition bestätigt) - gute Vorlage für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6.6.2021.


Blitzhaus, Otto-Richter-Straße 2 (Fotos: Heinz-Josef Sprengkamp)


6 Äääääääääääääääää - 20.03.2021

Wahlkampfzeiten bieten alltäglich Überraschungen. Bei jedem Medium, das man „aufschlägt“, überrascht (fast immer) die Themenwahl, schließlich hat jeder Medienkonsument seine eigene Vorstellung von dem, über was berichtet werden sollte. Was sagt das über Politik, Gesellschaft und Medien, wenn über einen zufälligen Tweet des Ministerpräsidenten mit dem Buchstaben Ä intensiver berichtet wird, als über den aktuellen Rechnungshofbericht oder das Wahlprogramm einer Partei? Darüber wollen wir hier nicht weiter nachdenken, schließlich hat der Herr Ministerpräsident den FDP-Kreisverband und den FDP-Landesverband auf Twitter blockiert.

Warum das so ist – keine Ahnung. Wir pflegen einen respektvollen Umgang mit der politischen Konkurrenz. Aber Kritik ist ein Wesensmerkmal der Demokratie. Die parlamentarische und auch die außerparlamentarische Opposition haben die Aufgabe, die Regierung zu kontrollieren und Alternativen aufzuzeigen. Wer in einem Regierungsamt lange an der Macht ist, hat oft ein Problem mit Kritik. Und Sachsen-Anhalt ist deshalb unter dem aktuellen Ministerpräsidenten ein Land, in dem es kritische Geister schwer haben. Die Bauhaus-Chefs Oswald und Perren wurden gegangen bzw. gingen, bevor sie geschasst wurden, gleiches gilt für die ebenso anerkannte wie respektierte Kultus-, dann Wirtschaftsministerin Wolff.

Twitter entscheidet keine Wahl. Social Media insgesamt auch nicht. Sie werden wichtiger, weil die Corona-Pandemie den klassischen Straßenwahlkampf verändert. Er ist aber weiterhin wichtig, jedenfalls für uns. Deshalb ging es heute mit Flyern, Give-Aways und Luftballons in die Stadt – zu kurzen Gesprächen auf Distanz über Corona, über das, was politisch schief läuft, über Ängste, Hoffnungen und politische Angebote. Damit das Land wieder hochfährt, die Unternehmen und die Menschen schnellstmöglich wieder Normalität erleben können.


7 - Dichtung und Wahrheit - 27.3.

Dichtung und Wunschvorstellung:
„Wenn Sie in Magdeburg leben, dürfte Ihnen schon aufgefallen sein: Die ersten Parteien – SPD und AfD – haben ihre Wahlplakate aufgehängt. Als nächste dürften die Grünen folgen.“
(Der MDR-Newsletter zur Landtagswahl am 26.03.2021)

Wahrheit in Bildern, 26./27.03.2021:
Wenn Sie sehenden Auges durch Magdeburg fahren, fällt Ihnen auf: Die ersten Parteien haben ihre Wahlplakate aufgehängt. Dies ist in Magdeburg drei Monate vor der Wahl möglich, also seit dem 6.3.2021, denn die Landtagswahl findet am 6.6. statt. Den ersten „Aufschlag“ machten AfD, SPD und FDP. Ein Wahlplakat ist von einer Partei während eines Wahlkampfes genutzte Form der Eigenwerbung und der Information, insbesondere bezüglich des Wahltermines.

PLAKATE

In der Regel beschränken sich Wahlplakate auf
- das Bild des Kandidaten einer Partei,
- das Logo der Partei
- sowie einen kurzen einprägsamen Slogan.
Daneben gibt es zusätzliche Informationsquellen (z. B. Hinweise auf Wahlveranstaltungen, Website der Partei). Man unterscheidet Großflächen- und Kleinflächenplakate. Wann und wo diese aufgestellt/angebracht werden, wird auf kommunaler Ebene in einer Satzung festgelegt. Manchmal rutschen Plakate - wettbedingt -, manchmal werden sie mutwillig zerstört. Die Parteien/Kandidaten sind dankbar für entsprechende Hinweise.


8 Kampagnenpräsentation - 30.03.

Programme und Positionen sind das eine, diese auf den Punkt zu bringen sind das andere. Das passierte heute, mit guter Resonanz bei den Medien und bei traumhaft schönem Wetter im Geschwister-Scholl-Park. Dr. Lydia Hüskens, unsere Spitzenkandidatin, Andreas Silbersack, Rechtsanwalt aus Halle und Nr. 2 der Landesliste, stellten unsere Werbekampagne vor, moderiert von unserem Bundestagskandidaten Marcus Faber MdB. Inhalte für den Politikwechsel, der in Sachsen-Anhalt dringend geboten ist, verbunden mit einer gelungenen Verpackung. Für mehr Informationen dazu: https://www.liberale.de/content/freie-demokraten-wollen-zurueck-den-landtag


9 „Jetzt 52 Jahre …“ - 31.03.

(hjs)
"Wahlkampfzeiten sind auch Zeiten angenehmer zufälliger Begegnungen. Heute bei einer kleinen Plakateschicht nach Dienstschluss. Vorletzte Ampel vor dem Stadtteil Kannenstieg: Ich rolle bei Rot neben einen schnittigen #BMW 520i. Auf dem abgedunkelten Rückfenster ein Hochzeitspaar in Weiß. Stilvoll auch die roten Bänder in den Türen. Der Fahrer freut sich über den erhobenen Daumen. Bei heruntergelassener Scheibe erfahre ich in herrlichem Türkisch-Deutsch, dass er der Glückliche ist. Als ich dem Paar alles Glück der Welt wünsche, strahlt er über das ganze Gesicht. Dann ist Grün (dem folgt man als Verkehrsteilnehmer, muss man nicht wählen). 🙂

Zwei Stunden später bin ich dabei, das letzte Plakat für heute an einen Mast zu basteln, als ein älterer Herr im Rollstuhl auf mich zufährt. Ein Lächeln - ich: „Guten Abend!“ Er: „Wen hängen Sie denn da auf?“ Ich: „Meine Frau! Wissen Sie, das ist ein geflügeltes Wort in unserer Familie in Wahlkampfzeiten: Was macht Papa? Er hängt Mama auf!“ Das war ein großer Spaß für den älteren Herrn. Und dann spricht er mehr zu sich als zu mir: „Meine kenne ich jetzt 52 Jahre ...“ - Wir verabschieden uns mit gegenseitigen Wünschen für eine schöne, glückliche Osterzeit."


10 Wenn es kein Spiel gibt - Ostern 2021

Für ihn war Fußball „alles, Weisheit und Spiel“ ↗https://www.tagesspiegel.de/sport/zum-tod-des-ungarischen-schriftstellers-peter-esterhazy-fussball-war-alles-fuer-mich-weisheit-und-spiel/13879678.html). Er verfasste anlässlich der Fußball-WM 2006 in Deutschland auch ein überragendes Gedicht mit dem unglaublich-passenden Titel „Ordnung der Welt“, ein interessantes Gedankenexperiment, das quasi literarisch-spekulative Geschichtsschreibung ist. (↗https://www.zeit.de/online/2005/45/dichter_am_ball5). Und Péter Esterházy (1950-2014) schrieb mit „Keine Kunst“ das Fußballbuch 2009. (↗https://www.deutschlandfunkkultur.de/eine-unglaubliche-leichtigkeit.954.de.html?dram:article_id=145539.

„Auf dem Weg zum Stadion ist man eine Masse, aber wenn wir im Stadion sind und unsere Mannschaft sehen, dann ist das ein Wir. Das ist etwas Schöneres, als in einer Masse zu sein. Beim Spiel wiederum ist das eine dialektische Beziehung zwischen dem Ich und dem Wir. Da sind große Stars in einer Mannschaft, aber niemand kann allein gut spielen, nur die Mannschaft kann es. Das ist ein schönes und merkwürdiges Verhältnis zwischen Ich und Wir. Das ist etwas anderes als bei der Arbeit in der Fabrik, dort muss man auch seine eigene Arbeit der Gemeinschaft geben. Aber beim Fußballspiel kann man das Ich bewahren, man soll es sogar, weil man dadurch etwas für die Gemeinschaft tun kann. Das kommt nicht sehr oft vor.“
Aus: Péter Esterházy im Interview mit der Rheinischen Post, 6.4.2006, Download: ↗https://rp-online.de/kultur/buch/peter-esterhazy-fussball-ist-die-weltsprache_aid-17480059

„Der Fußball (erscheint) in Esterházys Schriften als ein Sozialisationsfeld. Als solches ermöglicht er einerseits dem Individuum, seine im Alltag verborgenen Fähigkeiten, die sonst verdeckten Elemente seiner Persönlichkeit, zu zeigen. Andererseits kann das Spiel in den Teilnehmenden das Gefühl der Zusammengehörigkeit erwecken, indem es die Gültigkeit der außerhalb des Spielfelds bestehenden gesellschaftlichen Grenzlinien vorläufig aufhebt.“
Aus: Péter Fodor, Wort oder Ball? (Fußball, Metafiktion und Sprachspiel bei Péter Esterházy), Download: ↗https://www.hungarologie.hu-berlin.de/de/publ/BBH/bbh17a/bbh17_fodor

2005, im Vorfeld der WM in Deutschland, im Alter von 55, ‚komponierte‘ Esterházy seine „Deutschlandreise im Strafraum“, die nebenbei auch eine Reise zu den Höhen und Tiefen der Fußballbegeisterung seiner eigenen Familie ist. Sein sechs Jahre jüngerer Bruder Márton spielte bei der Fußball-WM 1986 in der ungarischen Nationalmannschaft. Mittendrin hatte er eher die eigene künstliche Hüfte im Sinn, als er eine „Sepp-Herberger-Weisheit“ weiterdichtete. Für mich der passende Text zum Thema „Sport in der Pandemie“:
Das nächste Spiel ist
immer das schwerste:
oh, nein,
das schwerste ist,
wenn es kein Spiel gibt. ...

Aus: Melancholische Zusammenfassung der Lebenserfahrung eines Altfußballers, 55, in: Péter Esterházy, Deutschlandreise im Strafraum, 2008, Taschenbuch 2006, 78.)

Wir haben heute nur eine erste Ahnung von dem, was die Corona-Pandemie für den organisierten Sport bedeutet.

Eines ist klar: Der soziale Kitt in der Gesellschaft leidet insgesamt. Die durch den Sport gestiftete Zusammengehörigkeit bricht, wenn Sportvereine ihr Angebot auf Null fahren müssen. „Wissenschaftler warnen: Folgen von Isolation und Bewegungsmangel können Kinder ihr Leben lang beeinflussen.“ (↗ https://www.deutschlandfunk.de/bewegungsmangel-im-lockdown-wie-sich-das-vereinssport.1346.de.html?dram:article_id=493662). Wenn Mitglieder austreten, das Gesparte für nicht erbrachte Leistung im Sinn, nicht das „große Ganze“, das, was wieder beginnen muss, wenn Corona überwunden ist. Da reichen als Ausgleich ein paar Almosen der Landesregierung nicht aus. (↗ https://www.cdufraktion.de/2021/sportvereine-im-land-erhalten-hilfszahlungen/).

In Sachsen-Anhalt ist der Mitgliederschwund (11.000 im Jahr 2020) zwar etwas geringer als in anderen Regionen – strukturbedingt wegen der vielen kleineren Vereine insbesondere in den ländlichen Regionen (↗ https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/tausende-kinder-jugendliche-so-viele-mitglieder-sachsen-anhalts-sportvereine-verloren-100.html). Aber besonders erschreckend sind die Mitgliederverluste in den großen Städten und dass 6.000 Kinder und Jugendliche die Sportvereine Sachsen-Anhalts verlassen haben.

Hier braucht es jetzt ein Konzept, dass der Bedeutung des Sports gerecht wird und dabei insbesondere Kitas und Schulen mit einbezieht. Denn nicht nur der Vereinssport, sondern auch der Sport in den Bildungseinrichtungen leidet bzw. liegt brach. Partnerschaften zwischen Kita, Schule und Verein müssen stabilisiert bzw. neu begründet werden. Für den Alltagssport in der Pandemiezeit brauchen wir standort- und gruppenbezogene Konzepte, die das Distanzlernen mit berücksichtigen. Und nach der Corona-Pandemie benötigen wir Programm, das über die Kommunen die Sportvereine nachhaltig stärkt. Sportgutscheine, mit denen Magdeburgs Partnerstadt Braunschweig seit neun Jahren gute Erfahrungen macht, können Teil eines solchen Konzepts sein.

Linktipps:
Heiko Klasen: 90.000 Vereine im Corona-Shutdown, Download: ↗https://www.zdf.de/verbraucher/volle-kanne/vereine-sport-corona-lockdown-zustand-status-quo-100.html
Tanja Linhard: Homeoffice + Homeschooling: Alternative Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder – DHfPG-Expertin gibt Impulse & Ideen, 18.01.2021, Download: ↗https://www.fitnessmanagement.de/corona/kinder-beschaeftigen-krisenmanagement-gesundheit-corona-pandemie-homeoffice
Lea Löffler: Bewegungsmangel im Lockdown - Wie sich das Vereinssport-Verbot auf Kinder auswirkt, 6.3.2021, Download: ↗https://www.deutschlandfunk.de/bewegungsmangel-im-lockdown-wie-sich-das-vereinssport.1346.de.html?dram:article_id=493662

PS: Ostern 2021 gab es natürlich ein Spiel. Aber nur im professionellen Sport. Dass der FCM mit einem 2:0 gegen den FC Ingolstadt die Abstiegsränge verlassen hat, gehört zu den schönen Seiten dieses Osterfestes. Aber: In einem Stadion (fast) ohne Zuschauer, die dieses Spiel sonst zu einem Fest gemacht hätten.

Wenn Kandidaten bereitstehen, nachhaltige Konzepte für den organisierten Freizeitsport voranzubringen, weil sie berufliche Kompetenz mitbringen, selbst sportbegeistert sind und sich für den Sport engagieren, dann ist klar: Jeder kann mit seiner Stimme am 6.6.2021 etwas für die Renaissance des Sports tun. In Magdeburg sind dies:

Dr. Lydia Hüskens, Geschäftsführerin des Studentenwerks, Fußballfan vom FCM und Borussia Mönchengladbach, langjährige Volleyballerin, schon mit 18 Vorstandmitglied, daneben Schiedsrichterin und Trainerin, sportpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion 2006-2011 (FDP-Direktkandidatin in Magdeburg-Nord)

Thomas Gürke, Rechtsanwalt, Läufer, ehem. Basketballer, Fußballfan vom FCM und Anwalt der Fanhilfe (FDP-Direktkandidat in Magdeburg-West)

Alexander Meißner, Kriminalpolizist, Fußballfan vom FCM, Segler (FDP-Direktkandidat in Magdeburg-Mitte und Ostelbien)

Paul Hauschild, Ingenieur, Freizeitsportler, Läufer und ↗Schwertkämpfer (FDP-Direktkandidat in Magdeburg-Südost)


11 Jesus und Twitter - 04.04.

Dass an Ostern von Jesus die Rede ist, ist nicht verwunderlich. Dass am höchsten und – neben Pfingsten – ältesten Fest der Christenheit auch über Jesus getwittert wird, erstaunt nicht. Geschieht dies im Wahlkampf mit politischer Absicht, ist man jedoch schnell auf abschüssiger Bahn. Das haben gerade die Grünen in Magdeburg erlebt, die den Ostergruß mit der zweifelhaften Botschaft verbanden: „Jesus würde Grün wählen.“ Twitter ist fix und unerbittlich – die Resonanz war „umwerfend“. Ein ↗Tweet von @simbosan zeigte schnell auf, in welch unseliger Tradition sich die Grünen hineinbegeben hatten. Sie hatten schnell ein Einsehen, löschten den Tweet, formulierten eine Entschuldigung – und das ist auch gut so.

PS: Es geht auch anders, wenn man nicht auf Abgrenzung aus ist: „Christ und Welt“ hatte im Kontext der Bundestagswahl 2017 die Werbeagenturen der großen Parteien gebeten, für Jesus als Spitzenkandidaten zu werben. Ergebnisse und Hintergrund im ↗Interview mit Raoul Löbbert:

"Wir haben den liberalen Jesus geschaffen: Optimistisch, poppig, der Zukunft zugewandt und im Zeichen dessen, was heute in der Welt wertvoller denn je ist: Freiheit." (Agentur „Heimat“ für die FDP)


12 Hoch, höher. Auf 2,20 m mindestens ... – 13.04.

Wahlkampf folgt bestimmten Regeln, z.B. der ↗Satzung über die Sondernutzung öffentlicher Straßen, Wege und Plätze im Gebiet der Landeshauptstadt Magdeburg durch Sichtwerbung im Zusammenhang mit Wahlen - Wahlsichtwerbung-Sondernutzungssatzung.

Wahlkampf ist aber vor allem handwerkliche Arbeit, Medienarbeit und noch viel mehr. Für die ausschließlich ehrenamtlich aufgestellten FDP-Kandidaten ist Wahlkampf immer auch eine Art „Selbsterfahrungskurs“ an der Belastungsgrenze zwischen Beruf, Familie, Ehrenamt, anderen Verpflichtungen und Politik. Im Wahlkampf erfährt man etwas über sich (Was schaffe ich?), über die Menschen im Wahlkreis (Wen erreiche ich? Welche Probleme bewegen die Wähler) und über das Besondere im Wahlkreis, nicht nur in Bezug auf Lichtmasten (für Plakate) und Briefkästen (für Flyer).


13 Wahlprogramm – ein Arbeitsprozess

Ideenwerkstätten, an denen sich mehr als 50 Parteifreunde beteiligten, in Präsenz und geteilt in Präsenz und „zugeschaltet“. Konferenzen in Arbeitsgruppen komplett digital. Und zum Schluss Beratung und Abstimmung auf einem digitalen Parteitag: Das war diesmal ein besonderer Weg zum Wahlprogramm des FDP-Landesverbandes für die Landtagswahl am 6.6.2021. Die Medien haben diesen Prozess sorgfältig verfolgt. Die Überschriften zeigen, welche besonderen Schwerpunkte gesetzt wurden:

MDR: ↗Wirtschaft, Bildung, Digitalisierung: FDP beschließt Programm für die Landtagswahl
Volksstimme: ↗Sachsen-Anhalts FDP-Spitzenkandidatin Hüskens geht im Landtagswahlkampf in den Angriffsmodus
Mitteldeutsche Zeitung: ↗FDP erklärt Bürokratie zum Feind
FDP-Pressemitteilung: ↗Dem Land eine Perspektive geben


14 Im Mittelfelde - 28.04. 21:26

hjs
Beim Verteilen von Flyern traf ich heute Riccardo. Der „beschwerte“ sich darüber, dass bei seiner Mutter das falsche Plakat hängt. „Ich wollte Lydia vor meiner Tür haben“, so Oma Fiedler. Riccardo ergänzte: „Nichtsdestotrotz fühlt sie sich auch für das „Freiheitsplakat“ persönlich verantwortlich. Rutscht es etwas runter, eilt sie mit einem Besen zum Laternenmast und schiebt es wieder nach oben.“

Wir kennen uns seit einer halben Ewigkeit, schließlich hat sie kaum ein Spiel ihres Enkels im Dress der „Neustadttiger“ des TuS 1860 Magdeburg-Neustadt verpasst und vor Spielbeginn oft die halbe Elternschaft mit ihren sehr speziellen Brötchen oder Süßigkeiten versorgt. Einmal durfte ich erleben, wie sie auch am Wahlkampfstand rhetorisch ähnlich überzeugend „rüberkam“.

Traditionell hängen wir bei ihr „Im Mittelfelde“ ein Plakat auf, oft eines der ersten. Schließlich passt der Straßenname perfekt zur politischen Mitte, wo wir uns als FDP verorten. Und da der Wunsch dieser guten Freundin Befehl ist, wird sie sich morgen wundern: Jetzt sieht sie Lydia. Perfekt befestigt, hoffe ich. Der Besen kann warten. (Na ja, der nächste Sturm kommt bestimmt …)


15 Wahlen und Wahlkampf in Sachsen-Anhalt unter den Bedingungen einer Pandemie - 30.04.2021

↗Landtagswahlkampf unter Corona-Bedingungen – MDR-Podcast mit Martin Fuchs (Politikberater) und Thomas Vorreyer (MDR) – 01.04.2021
Erstwählerfragen im ↗Sachsen-Anhalt-Podcast mit Wahlforscherin Dr. Kerstin Völkl – 29.04.2021

Die digitalen Kanäle des FDP Kreisverbandes Magdeburg:

Twitter: ↗@fdp_md
Facebook: ↗@FDPMagdeburg
Instagram: ↗@FDPMagdeburg
Podcast ↗“Marke und Robe“


16 Marke und Robe - 20.05.2021

Wahlkampf in Pandemiezeiten bedeutet die Suche nach neuen Wegen der Kommunikation. Aus einem stationären Wahlkampfstand wird dann ein mobiler. Aus dem Vorort-Gespräch wird ein Online-Dialog. Für letzteres gibt es ganz unterschiedliche Formate. Der Podcast ist ein solches Format. Als Reaktion auf eine Einladung zu einem Podcast entwickelten Rechtsanwalt Thomas Gürke („Robe“) und Kriminalist Alexander Meißner („Marke“) ein eigenes Format. Persönlich, pointiert, passend zum Wahlkampf – aber nicht auf Wahlkampf beschränkt. Gesprächspartner: jung und alt, FDP-Kandidaten, aber auch Gesprächspartner von der politischen Konkurrenz. Themen: bunt gemischt: von der Rolle der Kirche in der DDR zu aktuellen Fragen der inneren Sicherheit, des wirtschaftlichen Wandels oder den Anforderungen an das Gesundheitssystem in der Pandemie. Der aktuelle Beitrag:


Zu den Folgen

Und in der Pipeline u.a.:

Hört rein. Bleibt dabei. Es lohnt sich.


17 Briefkastenlauf - 21.05.2021

2021 ist (noch?) ein Jahr der Olympischen Spiele. Vielleicht fallen die Sommerspiele in Tokio aber doch noch aus. Dann wird es Zeit, die „Wettkämpfer“ bei den Landtagswahlen zu suchen, zu „messen“, zu ehren.

Ein Kandidat: Adrian Gusinde, 18 Jahre alt, Abiturient.
Disziplin: Briefkastenlauf.
Leistung gestern: „Dienstschluss nach 18.612 Schritten um 23:39
Motivation: erwartungsgemäß weiterhin oben!
Besondere Erschwernis gestern: wahlweise über Stock und Stein oder diagonal über breite Straßen in der Hardcore-Verteil-Version.

Wir feiern das nicht mit der Goldmedaille, sondern …
↗https://www.facebook.com/messenger_media/?thread_id=100036033483250&attachment_id=242151450997471&message_id=mid.%24cAABa-y0tT_1_vPydqF5i7dRLGDR2


18 Zerstörung - 26.05.2021

Respekt ist eine denkbar optimale Grundlage für das Zusammenleben von Menschen. Respekt beweist sich zwischen politischen Akteuren aus unterschiedlichen Parteien dadurch, dass man die Grundregeln des Anstands wahrt, ebenso die Grundsätze, nach denen Wahlkampf abläuft. Dass man Plakate (und andere Werbemittel) des politischen Gegners nicht zerstört, ist ein solcher Grundsatz. Gewissermaßen die Pflicht. Die Kür ist, bei etwaiger Zerstörung eines Plakats eines Mitbewerbers diesen zu verständigen. Es gibt Situationen, da wird die politische Kultur zuschanden geritten, hier ein Beispiel aus Salzwedel:

↗"Volksstimme" v. 25.05.2021

In Magdeburg kann man den fehlenden Respekt daneben auch in der Plakatierung erkennen, wenn die AfD mit einem Plakat unter denen der Mitbewerber die „Botschaft“ kommuniziert: „Ihr hattet 30 Jahre Zeit“. Ähnlich dumm und respektlos ist ein Plakat der „PARTEI“, bei dem sich jemand die Hand vor die Stirn hält und ein Pfeil auf das darüber hängende Plakat zeigt. Beide senden eine extremistische Botschaft: Sie verzichten auf jeden Inhalt, denunzieren die politische Konkurrenz, machen damit deutlich, dass sie kein Partner für politische Gestaltung sind. Nicht nur, aber vor allem für AfD und „PARTEI“ gilt: Jede Stimme für eine dieser Parteien ist eine verlorene Stimme. Jede Stimme für eine dieser Parteien ist nur Protest und damit Zukunftsverweigerung.

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