Neue Podcast-Episode
"Die Erfurter Gruppe"


Am 31. Januar hatten Peter Alexander Meißner und ich das große Vergnügen, eine neue Podcast-Episode mit dem Journalisten Ludwig Kendzia aufnehmen zu dürfen. Ludwig Kendzia arbeitet in der Investigativabteilung des Mitteldeutschen Rundfunks und hat sich dort vor allem auf Recherchen zur organsisierten Kriminalität spezialisiert. Bundesweit bekannt geworden ist er durch eine preisgekrönte Reportage zum NSU, die er gemeinsam mit seinem Kollegen Axel Hemmerling produziert hat. Ludwig Kendzia ist aber auch ein ausgewiesener Kenner der Szene hinsichtlich der italienischen Mafia in Thüringen. In unserem Podcast berichtet er, wie er und sein Team nach und nach aufdecken konnten, mit welchen Mitteln sich die ’Ndrangheta unmittelbar nach der Wende in den "wilden" 1990er Jahren in Erfurt geradezu eingekauft hat und wie das damals entstandene Netzwerk der "Grupo di Erfurt" noch heute funktioniert.


Ein weiteres interessantes Thema des Podcastst ist eine Recherche des MDR zu NS-belasteten Richtern am Bundesarbeitsgericht in den Anfangsjahren der Bundesrepublik. Ludwig Kendzia berichtet, wie ein Erfurter Richter in einem Empfangssaal des Gerichts, das jetzt seinen Sitz in Erfurt hat, auf eine Bildergalerie mit sämtlichen früheren Richtern des Bundesarbeitsgericht gestoßen ist. Er hat dort festgestellt, dass einige dieser Bundesrichter vor 1945 in der nationalsozialistischen Justiz Unrecht gesprochen hatten. Anschließend machten sie dann am BAG weiter Karriere und ihre Portraits werden nun in der "Ahnengalerie" ausgestellt, ohne dass auf die zweifelhafte Vorgeschichte hingewiesen wird.


Daneben erzählt Ludwig Kendzia aber auch darüber, auf welchem Weg er zu der spannenden Arbeit gekommen ist, die er heute ausübt. Angefangen hat alles mit dem Interviewen von Hochzeitspaaren vor dem Standesamt... Und am Ende kommt ein Programmhinweis auf eine interessante Fortsetzung des Mafia-Berichts im Februar in der ARD.


Das Gespräch mit Ludwig Kendzia war sehr unterhaltsam und spannend. Das Anhören kann ich nur wärmstens empfehlen. Probieren Sie selbst:

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